Budapest Marathon 05.10.2008 (42,195 KM)

Bericht:
Der Feiertag musste ausgenutzt werden, soviel war klar, aber nachdem 3 attraktive Marathonveranstaltungen am 5.10. waren, fiel die Entscheidung recht schwer.
Zur Auswahl standen Südtirol-Marathon, Köln Marathon und Budapest Marathon.

Nach langer Überlegung fiel dann die Entscheidung auf den Budapest Marathon, denn
1. waren wir noch nie in Ungarn und 2. hörte ich von überall wie schön die Stadt an der Donau sein muss.
Und soviel schon mal vorweg, es war wirklich ein SUPER Wochenende.
 

Wir wohnten mitten in Budapest in einer wunderschönen Neubauwohnung ca. 50qm mit allem was man benötigt.

Und das für nur 36€ pro Appartement / Nacht, günstiger und besser geht es nicht mehr. Das Auto konnten wir für 4€ pro Tag in eine videoüberwachte Garage stellen.

Eine Bushaltestelle war direkt gegenüber, auch zur Tram- und U-Bahn war es nur ein Katzensprung.

Unser Zuhause
 

Den Freitag verbrachten wir mit U-Bahn fahren und Sightseeing.

Zuerst machten wir eine tolle Donauschifffahrt, danach marschierten wir auf den Gellert-Berg von dem man eine wunderbare Aussicht auf ganz Budapest hat. Leider gefiel meiner angeschlagenen Wade der Abstieg (mit Gepäck) überhaupt nicht, daher hatte ich am Abend ziemliche Probleme. Jetzt konnte nur noch meine Geheimwaffe helfen (Franzbranntwein + Voltaren)


in der ältesten U-Bahn Europas

   

Samstag war dann das Wetter sehr besch...

Daher gingen wir "nur" zum Shoppen und zur Marathonmesse (die leider sehr schlecht ausgeschrieben war) so irrten wir ca. 1 Std. planlos durch den Budapester Stadtpark. Was vor allem den Kindern und meiner Wade großen "Spaß" machte.

greißligs Wetter

 

Als wir dann unser Startsäckchen hatten mussten wir wieder durch den halben Park zurück zur Pastaparty.

Doch leider gab es dort keine Pasta sondern 2 (grauenvolle und undefinierbare) Gerichte. Das eine könnte als Reisauflauf durchgehen doch was das zweite war ???
So eine Art Spätzle mit Speck und Sahne. Das undefinierbare Gericht schmeckte nicht nur uns nicht, auch ein deutsches Pärchen das sich später zu uns an den Tisch setzte, beschloss, sich in einer Gaststätte etwas zu gönnen.
Aber einem geschenkten Gaul, ....


Christian und seine Purzels


Am Sonntag konnte ich durch die gute Anbindung zum Start relativ spät aufstehen und in aller Ruhe Frühstücken, danach ging es mit Bus und U-Bahn direkt zum Start.

Die Familie wurde am Budapester Zoo abgeliefert, der nur ca. 500 Meter neben dem Start war, so hatte nicht nur ich meinen Spaß.

Vor dem Start (leider war es dort schon sehr kalt und windig)


Ich entledigte mich noch schnell meinem "alten Hemd" und beschloss (zum Glück) noch kurzfristig im T-Shirt zu laufen da jetzt die Sonne rauskam und es wärmer wurde.
Also noch schnell meinen Laufpulli verstecken (der war leider nicht mehr da, als ich ihn nach dem Zieleinlauf wieder holen wollte) und zurück in den Startblock.


Die Startaufstellung war sehr gut. Es gab kein "gedrängle" und gut markierte Zielzeiten.
Ich stellte mich im Block 3:00 - 3:30 und war nur ca. 20 Meter von der Startlinie entfernt.
 

Dann der Startschuss. Es ging zuerst über den breiten Heldenplatz und es war sofort frei zu laufen, null Gedränge, kein überholen, einfach von beginn an "freie Fahrt".

100 Meter nach dem Start


Dann ging es 4 KM durch die Budapester Innenstadt, auch hier wurde es nie eng.

Nach den 4 KM gab es dann das Highlight des Budapester Marathon (die Strecke)
wir liefen am Donaukai Richtung Margarethen Insel.
Wunderbar: Vorbei an den berühmten Brücken, dem Parlament, .....

Sightseeing und Marathon, selten so genossen wie hier


Es lief alles nach Plan ich hatte ja die 3:19 immer noch im Hinterkopf und nach der Halbmarathon Zeit war ich mit 1:38:xx nur 1 Minute über Plan.
Von 20 bis 26 hatte ich richtig Flügel bekommen es ging plötzlich viel leichter und die Zeiten wurden schneller, das machte mich fast schon ein bisschen euphorisch, doch bei KM 26 war eine Wende und es ging wieder zurück zur Donau und dann merkte ich auch warum es die letzten 6 KM so leicht ging.
Es hatte ein recht starker Wind aufgefrischt und der blies mir jetzt recht stark entgegen und prompt wurden die Zeiten langsamer und der Puls höher. Nun hieß es beissen. Die Briese würde schon wieder schwächer werden.

 

Nur leider kam es anders. Je näher wir der Donau kamen umso stärker wehte der Wind.

Zurück an der Donau

 

 

Jetzt blies der Wind noch stärker und uns direkt entgegen, zum Windschatten laufen fehlten mir die Partner, denn entweder waren sie zu schnell (Staffelläufer) oder zu langsam.
Doch nach 2 KM "im Wind" entdeckte ich 2 Italiener die sich mit dem Windschatten abwechselten ich hängte mich dazu und wir wechselten uns die nächsten 8 KM ab. Ob`s  wirklich soviel brachte weiß ich nicht,  aber für den Kopf war es ein schönes Spielchen.

leider kein Auge mehr für die Strecke

 


Bei KM 35 war dann die Wende und ich hoffte auf Rückenwind doch wir bogen nach 2 KM vom Donaukai ab und es ging durch die Innenstadt zurück zum Start-Ziel Bereich.

Das Tempo von meinen Wind-Pace-Makern konnte ich nicht mehr halten da ich jetzt körperlich (vor allem Muskulär) vollkommen am Ende war, aber die "große 3:19" ließ mich doch noch weitermachen, ich musste ja "nur noch" 5,195 KM in 24:30 schaffen.
Würde verdammt knapp werden und so vergingen die letzten KM zwischen hoffen und verzweifeln (kennen sicher die meisten Marathonis). Aber so intensiv wie bei diesem hab ich´s noch nie erlebt.
 

Dann KM 41 ich hatte ja noch 5:33 Zeit bis 3:20 also müsste es ja locker reichen,
doch leider war da anscheinend das Hirn nicht mehr so gut durchblutet,
denn die 5:33 waren ja nicht für 1KM sondern 1,195KM so kam es dass ich gut 300 m vor dem Ziel resignierte
aber als ich das 42KM Schild sah glaubte ich doch noch an die 3:19 und
zog noch einen "kläglichen" Endspurt durch und holte sogar noch zu "meinen Italienern" auf und wir liefen fast zeitgleich durchs Ziel.

GESCHAFFT 3:19:51

Ich bedankte mich herzlich bei meinen Italienern und machte sofort ein Gruppenfoto.


Grazie, Marcello & Nino!!!

 


Danach gab es dann noch eine schöne Medaille und ein Finisher Säckchen mit guten und vor allem brauchbaren Dingen (Schokolade, Isostar, Bier, Kekse, Obst, .....)

Danach konnte ich leider nicht das gute Angebot der kostenlosen Thermen Benutzung wahrnehmen, es hieß sofort heimfahren da ja die Kinder am nächsten Tag wieder in die Schule müssen. Also zurück zur Wohnung das Auto geholt und nach mehrmaligen verfahren kamen wir tatsächlich aus Budapest wieder raus.

Die Heimreise zog sich dann auch ziemlich und wir kamen erst nach 21 Uhr Zuhause an

Es war wirklich ein sehr, sehr schöner Marathon-Sightseeing-Kurztrip
 

Strecke:
Sehr schöne Strecke, der größte Teil direkt an der Donau

Startgebühr:
50 € - 75 €

Sonstiges:
Medaille, schöne "Geschenke" T-Shirt (Baumwolle), Kappe, gutes Start- und Finisher-"Säckchen"

Fazit:
Sightseeing, schöne Strecke und die Stadt sind auf jeden Fall eine Reise wert.

Note:
2

Offizielle Seite:
www.budapestmarathon.com

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