Challenge Roth 08.07.2012 (3,8KM-180KM-42,195KM)


Bericht:


Hart, härter, ich!
Stand auf dem T-Shirt eines Zuschauers bei KM 34 des Marathon´s.
Den Spruch fand ich Klasse und er motivierte mich zum Kämpfen, anstatt zu jammern und zu leiden ...
Aber von vorne ...

Nach einer (noch) härteren (vielleicht zu intensiven) Vorbereitung als 2011 wollte ich meine 9:50 vom letzten Jahr toppen.
Evtl. eine 9:39 versuchen, dazu müsste aber (wie 2011) alles passen.

Wir sind Freitag nach der Schule angereist und nach längerem Stau auf der A9 sind wir nach fast
4 Std. Fahrt in Roth angekommen.

Die Startnummernausgabe funktionierte in diesem Jahr deutlich besser, so hatte ich meinen Beutel nach nur ca. 10 Minuten in den Händen und Petra ihre Essensmarke (15€) zum gigantischen Nudelbuffet.

15€ für "Gäste" sind zwar nicht ohne aber dafür waren die Kinder gratis und hier wurde so gut wie alles geboten (Nudeln in sämtlichen Varianten, Leberkäse, Kaiserschmarn, Plunder-Gebäck, Joghurt, Salate, ...)

Leider hatte ich mich nicht wirklich unter Kontrolle und so hab ich es gewaltig übertrieben...
 
Nach der Junior Challenge musste ich noch mein Rad einchecken und den "blauen Beutel" für die Wechselzone 2 (Laufschuhe und Kappe) abgeben.

Ich musste feststellen dass ich in meinem Block das einzige Alu-Rad und keinen Aero-Helm hatte.

So ist mein "billig Canyon" mit MTB-Helm richtig aus der Masse an perfektem Equipment rausgestochen.
Hier sollte Morgen mein "größter Fortschritt" erzielt werden.

Da ich die doppelten Trainingskilometer im Wasser verbracht habe, erwartete ich mind. eine 1:07.
Spekulierte aber mit einer 1:03-1:05...

(Vorjahr 1:12)
Wir schliefen erneut (ca. 400m) vom Schwimmstart entfernt.

3:55 Uhr Wecker
4:00 - 5:40 Frühstücken, Morgentoilette, ...
5:40 auf zum Schwimmstart
6:00 Beutel abgeben, Rad aufpumpen, ...
6:30 in Startblock einreihen
6:40 Start (2. Startgruppe)

Aber irgendwie wollte der Kopf noch nicht recht auf Touren kommen ...
Zum Schwimmen gibt´s nicht viel zu sagen.
Am Anfang fast ertränkt worden, dann ein gutes Gefühl, gute Geschwindigkeit, alles gepasst.

Schätzte so 1:03-1:05, dann der Schock als ich aus dem Wasser ging...
1:10!!! für die 2 Minuten hab ich weit über 100 Kilometer im Wasser verbracht!

Der Wechsel funktionierte dann ganz ordentlich, so saß ich 3 Minuten schneller als letztes Jahr auf dem Rad...
Auf den ersten 37KM bis Greding hatten wir ziemlich mit Gegenwind zu kämpfen so büßte ich die "erschwommenen" 3 Minuten wieder ein.
Aber zurück nach Hilpoltstein half uns dann der Wind und ich war wieder 6 Minuten schneller als "der Plan".

Die erste Runde war geschafft und ich lag nun schon sehr gut in der Zeit, dann wieder das "Gegenwind-Stück" nach Greding.
Doch kurz vor Greding (ca. KM 120) wurde es aber dann richtig düster und der Wind drehte und wurde noch stärker.
Nun hatten wir auch auf den letzten knapp 70 KM einen regelrechten "Gegen-Sturm"...

dieser "zermürbte" mich regelrecht.
Da wurde die Laune auch am berühmten Solarer Berg nicht wirklich viel besser.

Das einzige was mich auch auf dieser Runde wieder freute, dass meine "Fans" mich hier wieder erwarteten.

Aber ich konnte keinen Druck mehr aufs Pedal bringen, der Wind hat einfach zu viel (physisch und psychisch) Kraft gekostet.

Mittlerweile hing ich auch schon mehrere Minuten meiner Vorjahreszeit hinterher und nun mit den Beinen noch einen Marathon laufen ...

Hier beendete ich den Traum der 9:3x, der neuen PBZ und der Sub 10 Zeit, ich wollte nur noch irgendwie ins Ziel (Zeit war mir vollkommen egal)
 
Dann zu meiner Überraschung ging das Laufen erstaunlich leichtfüßig und gut.
Ich konnte gleich von Beginn an einen 4:30er Schnitt konstant laufen.

Auch der Magen rebellierte diesmal nicht!
Hab im Rennen die Tipps von Alex
www.pauersche-apotheke-traunstein.de
umgesetzt und es funktionierte!!!
Lefax gegen Blähungen und als
Verpflegung NUR Wasser, Gel und Salztabletten)
Dazu noch am Vortag eine Kanne Pfefferminztee und Kamillentee in der Radflasche während des Rennens und Gerhards Tipp Tannacomp gegen Durchfall

DANKE EUCH für die guten Tipps für meinen sensiblen Magen!

Auf dem Bild kommt mir der spätere Sieger entgegen. (Und ich musste feststellen das ich nicht in Führung lag ;-)
 
An der Lände empfingen uns Triathleten wieder unzählige Fans darunter auch wieder meine.

Nun war der Kopf und die Beine wieder absolut in Ordnung! Und auch der Spaß kam zurück...

Leider kam die "Euphorie" deutlich zu früh bis KM 14 ging es einfach zu leicht.
Bis KM 15 konnte ich die 4:30er Pace noch halten, dann war Schluß mit lustig und plötzlich wurde ich KM für KM ein kleines bisschen langsamer.
Unterwegs wurde ich immer wieder von Alex, Attila, Caro, Gunter, Mario, Petra und Sven gigantisch motiviert und angefeuert! DANKE!!!
Zwischen KM 25-30 dann wie im letzen Jahr mein Tiefpunkt. Ich konnte nur noch 5:00 pro KM laufen und alles tat weh. Auch der Kopf wollte nicht mehr.
Ich war einfach vollkommen erschöpft und definitiv am Ende meiner Kräfte angekommen.

Auf die Anfeuerungen meiner Leute, hatte ich nur noch zu sagen
"Ich will einfach nur heim"
Bilder sagen mehr als Worte...
Dann an der Lände, kam der Kampfgeist (vielleicht durch zuviel Koffein) zurück und ich wollte um jeden Preis die pers. Bestzeit knacken.

Dazu musste ich die letzten 6KM in einem 4:40er Schnitt laufen
Am Montag holte ich mir eine Bauchmuskelzerrung die sich nun durch das höhere Tempo immer stärker bemerkbar machte.

Aber das half jetzt auch nichts,
kurz davor sah ich das T-Shirt,
Hart, härter, ich (das motivierte nun wieder) und nun galt es alles auf eine Karte zu setzten.
Die letzten 2 KM "rannte" ich in einem Schnitt von unter 4 Minuten und es reichte!!!
Platz 188 und 9:48:19!!!
Geschafft!!!

"Zwar nur 2 Minuten schneller" aber fast 40 Plätze weiter vorne.
Denn durch den starken Wind waren die Radzeiten durchwegs ca. 10 Minuten langsamer als im Vorjahr.
Ich war noch nie so erleichtert endlich im Ziel zu sein und auch hier haben sich wieder Alex, Attila und Mario eingefunden um mir gleich zu gratulieren!
Danke Jungs!!!
Leider wurde ich aufgefordert das Stadion schnell zu verlassen so konnte ich die schöne Atmosphäre nicht lange genießen.

Auf dem Weg über die Brücke zu Petra kamen mir sogar ein paar Tränchen (auch das war mir neu ...)
noch schnell ein Foto und dann ...
"zu meinen Jungs"!

Danke! Ihr habt super Arbeit geleistet und selber ordentlich KM abgespult...

Dann kam der angenehme Teil,
verpflegen, duschen, frische Klamotten anziehen und wieder "Mensch werden"...
Während Petra unsere Kinder aus der Kinderbetreuung (welche lt. den Jungs SUPER war) abholte, gönnte ich mir die Ruhe des Triahtlonparks und genoss bei einer Müller Milch Schoko die Aussicht...
Schwimmen: 1:10:26
T1: 0:03:23
Rad: 5:15:01
T2: 0:01:27
Lauf: 3:18:04

Gesamt 9:48:19

Platz m: 188
Platz AK: 50

Wir wollten wieder mit dem Shuttlebus zurück zum Schwimmstart aber leider hat sich ein schwerer Motorrad-Unfall auf der Strecke ereignet und so mussten wir ab der Lände auf der Marathon-Strecke mit den Rädern zurück. Hat den Läufern nicht wirklich gefallen ;-)
Dann noch schnell die Räder drauf und 2,5h später waren wir wieder in Waldkraiburg.

Es war erneut eine rundum perfekte Veranstaltung, aber ob ich mir das noch mal antue weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, "mal schaun" bis Montag 10 Uhr habe ich Zeit zu überlegen, dann wird die Anmeldung freigeschaltet ...

Alle Fotos der Challenge Roth gibts unter dem Link
https://picasaweb.google.com/lt.zwecks.da.gaudi/2012_07_08_Challenge_Roth

und den Bericht von 2011 hier.


Nun ist es wieder an der Zeit DANKE zu sagen:

- Als erstes klar meiner Familie Ihr habt in diesem Jahr über 300 Std. auf den Papa verzichten müssen und nicht einmal gemeckert!
Unglaublich!!!

-
 "Meinen Apotheker" Alex
(bitte nicht Falsch verstehen)

der meinen sensiblen Magen mit vielen Ernährungstipps in den Griff bekommen hat!

- Meinen "Fans" vor Ort
 

Attila, Alex, Caro, Gunter, Mario und Sven die Extra nach Roth gekommen sind!

- Meinen "Fans" Zuhause
 

Die das Rennen am Liveticker mitverfolgt haben und sich mit mir gefreut haben

- meinen "Rad-Mechaniker" Sven

für die Kurbel und den "Kundendienst" bei meinen Rädern

- meinen Sponsoren

Alzchem und Video Bayern

- und allen anderen die mitgeholfen haben auf dem langen Weg nach Roth und auf den 226KM
 
Strecke:
Schwimmen: 3,8KM im Main-Donau-Kanal
Rad: 180KM - 1400HM - 2 Runden
Laufen: 42,195 KM größtenteils am Main-Donau-Kanal mit 5 Stimmungsnestern und unglaublichen Zieleinlauf
 
Startgebühr:
350€ nicht billig aber im Vergleich zu einem Ironman fair.
 
Fazit:
Hart, härter, ich
 
Note:
1
 
Offizielle Seite:
www.challenge-roth.de
 

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